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KiTa Hort - Raum für Eigenständigkeit

Einblicke in die Hortarbeit bei KiTa Bremen

Foto: Das Horthaus im KuFZ im Viertel; ©KiTa Bremen

Herbstpost | 13.10.2020 - Glockenleuten, Stühlerücken und raus aus dem Klassenzimmer – gegen 13 Uhr ist Schulschluss. Für viele Kinder im Bremer Stadtteil Steintor ist das der Zeitpunkt, um in den benachbarten Hort im Kinder- und Familienzentrum Im Viertel zu wechseln. Begrüßt werden sie dort von KiTa Bremens Mitarbeiter*innen Emilia Hofhuis, Tanja Cordes, Stephan von Morstein und Jutta Haltermann. „Wenn die Kinder zu uns kommen, haben sie meistens sechs Stunden Schule hinter sich. Sie mussten lange sitzen und sich konzentrieren.“, weiß Herr von Morstein. Kommen Kinder anschließend in den Hort, haben sie sehr unterschiedliche Bedürfnisse. Einige müssen sich bewegen, andere wollen sich lieber zurückziehen. Um den verschiedenen Interessen gerecht zu werden, arbeitet das Team in einer offenen Hortarbeit. Kinder können ihren Nachmittag dabei nach den eigenen Vorlieben gestalten.

Start in einen selbstbestimmten Nachmittag

„Im Unterschied zum Kindergarten sind Hortkinder im Alter von fünf bis vierzehn Jahren viel selbstständiger - dass wollen wir mit unserer Arbeit fördern.“, sagt Zentrumsleitung Birgit Heise.

Hortkinder können sich daher in „erwachsenfreien Zonen“ zurückziehen. Im Horthaus laden hierzu zwei Differenzierung-, ein Bewegungs- und ein Kickerraum ein. „Unsere Räume geben Kindern die Möglichkeit sagen zu können, dazu habe ich Lust.“, erklärt Frau Haltermann. Nicht selten wird dabei die komplette Sofaecke umgestellt. Im Sinne des offenen Konzepts hat der Hort des Kinder- und Familienzentrums Im Viertel vor zwei Jahren seine Gruppenräume in Funktionsräume überführt. Waren Kinder früher einem festen Gruppenraum zugeordnet, können sie heute übergreifend alle Räume nutzen und so von noch mehr Gestaltungsspielraum profitieren*.

Freizeitpädagogische Arbeit - mehr als bloße Schulkinderbetreuung

Neben der Möglichkeit im Hort den eigenen Interessen nachzugehen, macht das Team unterschiedliche Angebote. In der Zeit von 13 bis 14 Uhr zählt hierzu beispielsweise eine Hausaufgabenbetreuung.

Die Mitarbeiter*innen machen aber deutlich „Wir sind kein verlängerter Arm der Schule. Wir helfen bei den Hausaufgaben, geben aber keine Nachhilfe.“ Anders als in der Schule steht im Hort Im Viertel der freizeitpädagogische Ansatz im Vordergrund. Frau Hofhuis erklärt „Schule bleibt Schule. Wenn die Kinder zu uns in den Hort kommen, dann ist das immer mit Freizeit verbunden.“ Im Hort können sich Kinder aussuchen, ob sie die Freizeitangebote annehmen. Entscheiden sie sich gegen die Hausaufgabenbetreuung ist das auch ok, betont Frau Heise: „Für einige Kinder ist es extrem anstrengend sofort im Anschluss an die Schule die Hausaufgaben machen zu müssen. Auch wenn manche Eltern diesen Wunsch haben, ist es wichtig, Kindern genügend Bewegung zu ermöglich. Wenn sie bei uns toben und spielen ist das genauso wichtig wie Schularbeiten.“

Handlungsspielräume ausbauen, soziale Beziehungen stärken

Zum Spielen und Toben ist im Sommer vor allem der große Spielplatz des Horts beliebt. „Unser Kinder nutzen das Außengelände, um sich mit Freunden zu treffen. Sie müssen nicht warten bis sie zu Hause sind. Auch externe Kinder sind bei uns willkommen. Das ist viel Wert, denn nicht immer ist es möglich sich zu Hause zu verabreden“, weiß Herr von Morstein. Den Spielplatz teilen sich die Hortkinder mit dem angrenzenden Kindergarten. Das hat einen entscheidenden Vorteil, denn es gibt einige Hortkinder, die noch mit Kindergartenkinder spielen. Insbesondere Erstklässler*innen suchen noch die Anbindung zur alten Kita.

Fotos: Impressionen aus dem Hort im KuFZ im Viertel; ©KiTa Bremen

Im Hort begleiten KiTa Bremens Mitarbeiter*innen Kinder beim Erwachsenwerden. Dass ist nicht immer ganz einfach: „Manchmal benehmen sie sich extrem cool – jugendlich abgeklärt. Im nächsten Moment suchen sie aber wieder Nähe, sind klein und wollen in den Arm genommen werden.“, beschreibt Frau Haltermann. Im Umgang mit den Kindern sehen sich Frau Hofhuis und Herr von Morstein oft in der Rolle eines älteren Geschwisterkindes, sie erklären „Es ist ein großer Vertrauensbeweis, wenn sich uns Kinder anvertrauen und über Themen Austausch suchen, die sie vielleicht nicht mit Eltern besprechen können. Es ist schön, Kinder so auf ihrem Weg begleiten zu dürfen und sie in ihrer Selbstständigkeit zu stärken.“

...und was meinen die Kinder aus dem Hort Im Viertel?

*Hinweis zur aktuellen Hortarbeit: Die im Artikel beschriebenen Arbeitsweisen im Hort stellen den Alltag vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie dar. Aktuell arbeiten alle Horte von KiTa Bremen unter den notwendigen Auflagen zum Infektionsschutz. Die pädagogische Arbeit orientiert sich hierbei aktuell am sogenannten Kohorten-Prinzip. Das gruppenübergreifende Arbeiten ist hierbei nur nur eingeschränkt möglich.