Vernachlässigung und frühe Deprivation gehören zu den am häufigsten berichteten Misshandlungsformen und stellen die mit Abstand häufigste Gefährdung des Kindeswohls dar.
Insbesondere in Familien mit psychisch oder suchterkrankten bzw. traumatisierten Elternteilen, auch durch Krieg und Flucht, kommt es gehäuft zu Vernachlässigung. Vernachlässigung umfasst mangelnde Fürsorge bezogen auf körperliche Bedürfnisse, Pflege, Versorgung, Gesundheit, Bewegung sowie unzureichende Beaufsichtigung und Schutz vor Gefahren. Emotionale Vernachlässigung bedeutet zudem Vorenthaltung von liebevoller Zuwendung, Wärme und Geborgenheit, von Halt und angemessener Förderung.
Diese Mangelerfahrungen können zu vielfältigen massiven Verhaltensauffälligkeiten bei den betroffenen Kindern führen. Die posttraumatischen Auswirkungen werden häufig unterschätzt. In der Fortbildung werden wir uns mit der Definition und den diagnostischen Kriterien von Vernachlässigung befassen. Die Teilnehmenden lernen, Hinweise auf Vernachlässigung und Deprivation sicherer zu erkennen und alltagspraktische, traumapädagogische Unterstützungsmöglichkeiten zu erarbeiten.
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